Class-A-Immobilie (einstürzende Neubauten)

Völlig aus den Fugen geriet zum Leidwesen der Anleger nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Fondsbeteiligung, sondern auch die AuslandsImmobilie, in die der Fonds investierte.

Das Büro- und Geschäftsgebäude entwickelte ein unerwünschtes Eigenleben, als eine Bank dort einen Tresor einbaute: Die Decken bogen sich durch. Gutachter stellten „erhebliche Schwachstellen in der statischen Konstruktion“ fest. Fazit: Das abrissreife Gebäude musste vollständig geräumt und mit erheblichem Verlust verkauft werden.

Auch in diesem Fall zahlte es sich aus, den Verkaufsprospekt genau zu studieren. Darin wurde das Gebäude mehrfach als „Class A“-Immobilie angepriesen. Zugleich hatte der Fonds Geld der Anleger für eine „technische Überprüfung“ verwendet. Die Anleger wähnten sich daher auf der „sicheren Seite“.

„Class A“ ist eine internationale Kategorie für die qualitativ hochwertigsten, hervorragend ausgestatteten Immobilien in bester Lage. Die Böden eines solchen Gebäudes müssen insbesondere eine hohe Tragkraft aufweisen. Einsturzgefahr gehört demnach nicht zu den typischen „Class A“-Merkmalen.

Die Initiatoren traf eine eigene Pflicht, die Statik des Gebäudes zu überprüfen. Andernfalls hätten sie nicht mit dessen angeblich besonders hohen Qualität werben dürfen. Diese Prüfung hatten sie jedoch unterlassen.

Auch hier haben wir uns nicht von Ablenkungsmanövern des Anbieters beeindrucken lassen, sondern sind im Interesse unserer Mandanten der eigentlichen Ursache für das Desaster auf den Grund gegangen.

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