„Widerrufsjoker“ sticht weiterhin bei Kapitallebensversicherungen

Die schrumpfenden Erträge aus Kapitallebensversicherungen verunsichern viele Versicherte. In den Medien werden immer wieder die Ursachen und Folgen der negativen Entwicklung beleuchtet (vgl. z.B. Artikel der F.A.Z. vom 06.12.2016: „Lebensversicherungen – Überschussbeteiligungen schmelzen dahin – Keine guten Zeiten für Lebensversicherte: Die Policen werfen immer weniger ab. 10 Prozent weniger Verzinsung ist normal. Woran liegt das?“).

Muss man diesen Trend hinnehmen oder gibt es einen Ausweg?

Der Bundesgerichtshof hat in mehreren Entscheidungen festgestellt, dass bestimmte

Kapitallebensversicherungen

noch Jahre nach Vertragsschluss widerrufen werden können. Je nach Konstellation kann dem Vertrag auch heute noch widersprochen (sog. „Policenmodell“; § 5a VVG aF) bzw. vom Vertrag zurück getreten werden (sog. „Antragsmodell“; § 8 VVG aF). Zur Vereinfachung werden diese Loslösungsrechte im Folgenden als „Widerruf“ bezeichnet.

Diese Rechtsprechung ist auf Verträge anwendbar, die zwischen dem 29. Juli 1994 und dem 31.12.2007 abgeschlossen wurden.

Selbst bereits gekündigte Verträge können heute grundsätzlich noch widerrufen werden.

Was bringt das?
Versicherte können durch einen erfolgreichen Widerruf solcher „Altverträge“ die gezahlten Versicherungsbeiträge von ihrem Versicherer zurückfordern. Sie können zugleich die gezogenen „Nutzungen“ beanspruchen, also den durch die Überlassung ihres Kapitals erzielten Gewinn.

Diese auch in der Presse und auf Internetplattformen dargestellte Rechtsfolge ist aber nicht für jeden Versicherungsnehmer vorteilhaft: Einige Verträge garantieren nämlich eine einträgliche Verzinsung. Gerade in der anhaltenden Niedrigzinsphase ist daher vorrangig zu prüfen, ob ein Widerruf im Ergebnis überhaupt sinnvoll ist.

Wir warnen deshalb vor übereilten Widerrufserklärungen. Sie sind oft rechtlich bindend und können nicht zurückgenommen werden. Bevor Sie einen Vertrag widerrufen, sollte er daher präzise und fachlich fundiert analysiert werden – nicht nur rechtlich, sondern auch wirtschaftlich.

Das können Rechtsanwälte jedoch nicht leisten, wenn sie nicht sachkundig sind.

Wie gehen wir vor?
Wir kooperieren mit Fachleuten aus der Versicherungs- und Finanzwirtschaft. Diese beurteilen die Verträge zunächst nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Sie beachten dabei selbstverständlich das strenge Datenschutzrecht.

Erst wenn feststeht, dass ein Lebensversicherungsvertrag für den Versicherten ungünstig ist, zeigen wir ihm in einem zweiten Schritt seine rechtlichen Möglichkeiten auf, um sich vom Vertrag zu lösen.

Wir informieren unsere Mandanten umfassend über ihren Lebensversicherungsvertrag. Auf dieser Grundlage können sie dann entscheiden, ob sie ihr Widerrufsrecht ausüben möchten.

Welche Kosten entstehen für die Begutachtung?
Für die oben dargestellte Begutachtung erheben wir grundsätzlich eine Gebühr von 190,00 Euro zzgl. Mwst.

Für unsere Bestandsmandanten ist die Erstberatung kostenfrei.

Diese umfasst auch ein Gespräch mit einem unserer spezialisierten Rechtsanwälte. Sie erfahren, welche rechtlichen Möglichkeiten Sie haben und wie wir vorgehen.

Wir korrespondieren auch gerne mit Ihrer Rechtsschutzversicherung (soweit vorhanden), ohne dass Ihnen dadurch Kosten entstehen.

Wenn Sie an einer ersten Einschätzung interessiert sind, können Sie uns gerne kontaktieren. Wir werden dann umgehend auf Sie zukommen.

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